Donnerstag, 11. Juni

Anreise

Geplante Abfahrtszeit ca. 7:00 Uhr,
tatsächliche Abfahrtszeit: ca. 8:40 Uhr.
Also so pünktlich wie immer. 

Nachdem ich morgens die letzten Sachen in den Wohnwagen gepackt habe,
konnte ich endlich so gegen 8:40 Uhr los fahren. Nach den ersten 500m war 
aber schon die erste Pause an meinem Stammgeldautomaten.

Unterwegs fragte ich mich, wieso einige Pkws mal wieder die Parkplätze für
Lkws blockieren müssen. Vielleicht brauchen die Fahrer so viel Platz, das ein
Normaler Parkplatz einfach nicht reicht?

Eine etwas längere Pause legte ich, wie immer, in Flensburg-Handewitt bei
Metropolis-Drachen ein. Ich habe mich aber diesmal sehr zurück gehalten. 

Nur leider war die Fahrt nicht so angenehm. Kurz hinter Hamburg fing es 
ziemlich stark an zu regnen, und hörte erst kurz vor Esbjerg wieder auf.
Aber nach knapp 8 Stunden fahrt bin ich dann gut an der Fähre angekommen.
Natürlich konnte ich mal wieder zusehen, wie kurz vor mir die Fähre ablegte.

Aber zum Glück fahren da ja die Fähren in sehr kurzen Zeitabständen, und
nach knapp 15 min lief die "Menja" wieder in Esbjerg ein, und das letzte Stück
konnte in Angriff genommen werden.

Von Nordby war es dann auch nur ein kleines Stückchen, bis ich auf dem Feldberg
Strand Camping
war und mich von der Fahrt ausruhen konnte.

Auf ein Vorzelt vor dem Wohnwagen habe ich aber erst mal verzichtet, da es auf
RSH hieß, das eine Orkanwarnung im Raum stand.

Mal abwarten was der Tag morgen so bringt...


 

Freitag, 12. Juni


Der erste Tag

Nachdem ich mich von der Fahrt gestern genug ausgeruht hatte, habe ich erst einmal
mein Gepäck etwas sortiert. Das Werkzeug für den Classic-Workshop in den Wohnwagen
gepackt, und die Drachen mit Leinen und Zubehör in das Auto gestopft.

Gegen mittags ging es dann endlich los zum Strand:
Erst mal ging es in aller Ruhe den Strand entlang bis Fanø-Bad. Aber die vielgeschrieben
"Blaue Fahne" habe ich nicht gefunden. Erst mal egal! Also umgedreht und wieder zurück
Richtung Rindby.

Unterwegas wollte ich mal gucken wie der Wind so war. Aber das war eindeutig zuviel für
mich als "Gemütlich-Flieger". Mein Windmesser zeigt da 50 - 60 km/h an.
Und selbst meine Bodenwindspiele wollten lieber im Auto bleiben. Bei dem Sand, der
über den Strand wehte, wären die ziemlich schnell vollgeweht.

Also doch wieder zurück zum Campingplatz. Mein Buch ist zwar ziemlich gut zu lesen,
aber der Wind wollte immer schneller umblättern, als ich lesen konnte.
Also erst mal wieder zurück in den Wohnwagen und da in Ruhe weiter lesen.

Und später am Abend habe ich dann endlich mal ausprobiert, wie das so mit
dem W-LAN geht. Und tatsächlich, es klappt!

Hoffentlich ist morgen etwas weniger Sturm!


Samstag, 13. Juni

 

Die Invasion der Strandviecher

Ein schöner, sonniger morgen locke mich ziemlich früh aus dem Wohnwagen. Und auch
der Wind hatte etwas nachgelassen. Es waren nur noch so ca. 30 - 40 km/h.
Da hieß es schnell die Sachen packen und ab an den Strand.

Auch wenn wieder viel Sand in der Luft war, wollten meine paar Strandtiere doch endlich an
die frische Strandluft.
Auch mein Neuzugang, "Billy the Crab", hatte sein Jungfernhüpfer.

Aber wie auch die beiden Marienkäfer mag er nicht zu viel Wind. Dann hüpft er zu stürmisch,
und legt sich gerne mal auf den Rücken.
Die beste Figur hat mal wieder die Sau "Porky" gemacht. Der ist so schön rund, der rollt immer
wieder zurück auf die Füße.

Aber es gab auch einige seriöse Drachen am Himmel.

Für die meisten war aber einfach der Wind noch etwas zu stark. Ich hatte auch Schwierigkeiten
meine Flo-Foil in die Luft zu kriegen. Aber als die endlich Luft gekriegt hat, war sie kaum noch
zu halten.
Selbst ein kleines Windspiel hat sie einfach so abgeschüttelt. Zum Glück konnte ich das in einem
kleinen Wasserloch wieder einfangen.

Abends war der Wind dann etwas abgeflaut, also nur noch 20 - 30 km/h. Da hat sich ein kleiner
Strandspaziergang angeboten.

Die Wettervorhersage lässt hoffen, das morgen noch etwas weniger Wind ist. Und es kamen
auch heute immer mehr Drachenflieger an, so das der Himmel morgen bestimmt noch bunter wird.

Aber auch die kleinen Stimmungen abseits von dem ganzen Trubel sind es wert beachtet zu werden.


Sonntag, 14. Juni

 

Regen?

Anstatt der üblichen Sonne, die durch die Schlitze der Rollos scheint, wurde ich heute morgen
mit einem leisen Knistern auf dem Wohnwagendach geweckt. Regen!
Der wurde zuerst sogar noch etwas stärker, und ein Blick aus dem Fenster ließ nichts Gutes
erahnen, alles grau in grau und die rot-weißen Wimpel hingen schlapp herunter.

So gegen 10:00 Uhr verzog sich aber der Regen. Da habe ich die Gunst der Stunde schnell
genutzt um endlich mein Sonnensegel aufzubauen. Wegen des starken Windes der letzten Tage
habe ich da sicherheitshalber drauf verzichtet.
Und wie es sich für ein Sonnensegel gehört, grade als ich es stehen hatte, kam die Sonne auch
Wieder zum Vorschein.

Also hieß es ganz schnell alles einpacken und ab an den Strand. Auf diese Idee sind aber noch
ein paar andere Drachenflieger gekommen, und so war schon einiges am Himmel

Das war ja auch kein Wunder, denn es gab satten auflandigen Wind mit fast konstanten 3 Bft.

Da habe ich dann auch schnell mal etwas ausgepackt.
Als erstes kam endlich das Banner vom Drachenforum an die Luft. Und um mal etwas Bewegung
zu bekommen, und nicht ganzen schönen Tag im Klappstuhl zu sitzen, bin ich ein bisschen
Rev 1.2b geflogen (ja Bea er ist tatsächlich in der Luft gewesen, und das mit mir an den Handles).

Aber bei dem genialen Wetter konnte der Rev nicht all zu lange an der Luft bleiben. Mir hat es einfach
zu sehr gejuckt, endlich wieder mal mit meinem Anubis STD zu fliegen. Den habe ich in letzter Zeit zu
sehr vernachlässigt. Darum war der auch fast den ganzen Nachmittag an der Luft, und durfte sich immer 
mal wieder zwischendurch den Strand von oben angucken.

Aber auch ein paar Einleiner wollten aus der Tüte.
Wer sagt aber, das Deltas immer so hoch raus wollen? ich habe die beiden F-Tails
in ca. 5m Höhe an den Himmel gesetzt. da drüber einen kleinen Kite-Runners-Kite. Und
weil der Strand noch etwas leer aussah, kamen da wieder meine 4 Lieblinge hin: Porky,
Billy und die beiden Käfer.

Das war ein Anblick der sich schon eher lohnt.

Angelockt durch das Banner kamen am Nachmittag auch die ersten Bekannten vorbei und
es wurde etwas gefachsimpelt.
Dann hielten noch zwei hessische Neuankömmlinge an, und der Tag war gerettet. Es fanden
auch gleich die ersten KAP-Versuche statt. Und so wie ich das gesehen habe, sogar mit
sehr gutem Ergebnisse. Zumindest was man so auf dem Kamera-Display bei Sonne erkennen
kann

Gegen 19:00 Uhr wurde es aber doch leider etwas kühler, auch der Wind hatte etwas
auf ca. 4-5 Bft aufgefrischt. Also hieß es einpacken und erst mal gucken das es was zu
Essen gibt.

Aber wenn ich jetzt so raus gucke sieht es so aus, als ob noch ein Spaziergang zum Strand fällig
wäre.

Vielleicht gibt es ja wieder etwas schönes als Tagesabschluss zu sehen...


... so, es gab tatsächlich noch etwas schönes.
Es ist doch immer wieder ein toller Anblick einen TrickTail im Sonnenuntergang zuzugucken.
Für mich gibt es kaum einen Drachen der majestätischer und eleganter am Himmel wirkt wie ein TT.
Zumindest, wenn er passend geflogen wird, also schön smooth.

 

Und der Sonnenuntergang selber wurde durch ein paar Wolken getrübt, aber immer
noch sehr sehenswert.
Der perfekte Abschluss eines super-tollen Tages am Strand von Fanø.


Montag, 15. Juni


Einfach mal gucken

Nachdem ich gestern fast den ganzen Tag am Strand verbracht hatte, musste ich heute
Vormittag erst mal ein paar Endkappen und Stopperclipse nachkleben. Und wo ich schon
mal dabei war, habe ich dem Drachenforum-Banner auch zwei Clipse spendiert. Bei dem
hat sich die Hülse für den Spreizstab immer mal wieder verschoben.
Da aber die Sonne so schön schien, hat mich der Strand doch wieder gerufen, heute aber
mal ohne Auto und Drachen. Also habe ich meinen Fotoapparat geschnappt, und bin zu Fuß
den Strand rauf und runter spaziert.

An jeder Ecke gab es etwas zu sehen.
In der nähe von der Strandabfahrt Fanø-Bad waren grade eine kleine Gruppe von Drachen-
fliegern dabei einen großen schwarzen Cody-Drachen in die Luft zu lassen.

Etwas weiter, so ungefähr bei Rindby, standen noch ein paar Cody´s und andere
klassische Drachen in der Luft.

In der Gegend hatte auch der Drachenclub Osnabrück "Bleib bloß oben" e.V. sein Lager
aufgeschlagen. Dort war der Strand auch von allerlei hüpfenden Bällen, Käfern und
Anderem übersäht

Nach ein paar Stunden am Strand bei doch wieder etwas kräftigerem Wind, ca. 4-5 Bft.,
wurde es mir doch etwas frisch, und ich habe mich erst mal wieder vom Strand zurück
gezogen.

Aber am Abend habe ich noch einmal eine kleine Runde gedreht. Der Wind hatte immer
noch nicht nachgelassen, darum war auch ziemlich wenig los am Strand.
Für den Sonnenuntergang war es auch noch zu früh. Gegen einen schönen Sonnenuntergang
sprachen auch die Wolken, die über den Strand zogen.

Man könnte fast denken es gäbe Bodennebel auf Fanø, aber das war nur den feine, trockene
Sand der über den fast leeren Strand wehte.

Wir können auf morgen gespannt sein, und darauf was der Tag uns so bringt.

 


Dienstag, 16. Juni

Was für ein Wind


Zum heutigen Tag gibt es nicht so viel zu sagen.
Es gab wieder ziemlich viel Wind, aber zum Glück auch viel Sonne.
Nur leider war der Wind zum Drachenfliegen fast zu stark, es waren wieder 5-6 Bft.
in Böen sogar 7 Bft. Darum gab es auch nicht so viel am Himmel zu sehen.

Nach knapp drei stunden am strand, wovon ich die meiste im Auto, oder im Windschatten
vom Auto, saß war der Strandtag erledigt.
Mittlerweile knirschte es auch schon ziemlich im Mund, und der Sand in den Augen nervte
auch schon ziemlich.


Leider befindet sich in meiner Drachentasche kein wirklicher Starkwinddrachen, wie diese
schöne Sturmbox von Tiggr. Daher habe ich den Tag ganz gemütlich mit einem tollen Buch
vor dem Wohnwagen ausklingen lassen.
Allerdings nicht ohne vorher beim Bäcker meines Vertrauens vorbei geschaut zu haben.

Laut Wetterbericht soll es morgen wieder weniger Wind geben, aber leider am Abend auch
etwas Regen.


Mittwoch, 17. Juni

Einfach nur fliegen

Heute hatte der Wetterbericht sogar voll ins Schwarze getroffen.
Es war, wie angekündigt, schöner gleichmäßiger Wind mit 3-4 bft. Stärke. Und
dazu wieder viel Sonne.

Bei diesem Traumwetter konnte ich mich sogar aufraffen endlich meinen SXK aus
dem Rodgauer Workshop einzufliegen.
Entgegen aller Vermutungen flog der auch fast auf Anhieb.

Die einzige Änderung zum Plan besteht darin, das ich die Abspannung der unteren Spitzen
etwas weiter auseinander habe, als es in bauplan vorgesehen ist.
Mit dieser Einstellung flog der ein paar Stunden am Himmel ohne auch nur ein einziges mal
abzustürzen.

Zu Erkennen waren wir wieder einmal am Forumsbanner:

Aber auch viele andere Drachenflieger haben den Himmel bunt gemacht. Es waren so viele
Drachen am Himmel, das es sehr schwer war bestimmte Leute in dem ganzen Getümmel wieder
zu finden.
Nur drachenbernhard war nicht zu übersehen. Sein Lurchie fällt auch in den Massen an Drachen
immer wieder auf.

Am Abend haben wir uns mit ein paar Drachenfreunden zu Grillen getroffen. beendet wurde
der tolle Tag dann mit ein paar Regentropfen, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass morgen
wieder gutes Wetter ist.

Besonders gespannt bin ich auf morgen, denn da findet das Fanø-Classic Symposium statt. Und
am Abend gibt es den Begrüßungsabend.
Mal sehen was das so gibt.


Donnerstag, 18.Juni

Fanø-Classic Symposium

Heute wurde es mal etwas klassisch.
Es war der erste Tag der Fanø-Classics. Es stand ein Symposium auf dem Plan zu dem Thema:
"Königlich preußisch aeronautisches Observatorium Lindenberg"
Es fanden vier Vorträge zu dem Thema statt.

In dem ersten Vortrag erläuterte Falk Hilsenbek wie er einen klassischen Drachen nur anhand
von diversen Fotos rekonstruierte.
Es war der sogenannte X-Drachen, der in dem Observatorium zur Wetterbeobachtung
eingesetzt wurde, den Falk Hilsenbek nachgebaut hat. Den Nachbau hatte er natürlich mitgebracht:


(Im Hintergrund, mit Nummer 329, ist ein Nachbau eines Schirmdrachens nach Herman Schreck zu sehen)

In dem nächsten Vortrag, der von Werner Schmidt gehalten wurde ging es um das Observatorium selber.
Angefangen mit einer Station in Berlin Tegel, und dem Umzug nach Lindenberg im heutigen Brandenburg.
Besonders Interessant fand ich wie Werner Schmidt noch vor der Wende das Observatorium besucht hat,
und wie er einige alte Drachen gefunden hat. Viel mehr als ein Gestell und ein paar Fetzen Leinwand waren
nicht mehr vorhanden.

Diese Reste gehörten zu einem "Regulierdrachen nach Rudolf Grund". Ein Nachbau dieses genialen
Drachens war auch in der Schule in Nordby, wo das Symposium stattfand, ausgestellt.

Im dritten Vortrag wurde kurz vorgestellt, mit welchen Instrumenten in Lindenberg gearbeitet wurde.
Abgehalten wurde dieser Vortrag von Walter Diem.

Der letzte Vortrag handelte von Auslandsexpeditionen nach Ostafrika, Grönland und den südlichen
Atlantik auf denen Drachen aus Lindenberg eingesetzt wurden.
Neben vielen alten Bildern gab es bei diesem letzten Vortrag auch ein paar kurze Filmausschnitte zu sehen.
Es war schon toll zu sehen, wie gut die Qualität der teilweise sehr alten Fotographien war, die 
mit modernen Mitteln digitalisiert wurden

Diesen Vortrag hielten Walter Diem und Werner Schmidt gemeinsam:

Zum Tagesabschluss stand ein Besuch auf dem Eröffnungsabend auf dem Plan. Leider
war es da ziemlich voll. So bin ich auch wieder ziemlich schnell wieder zurück zum Campingplatz
gegangen.
Natürlich nicht ohne ein paar nette Leute kennen gelernt zu haben, und den örtlichen Hot-Dog-Standes
gründlich getestet zu haben.

Und morgen geht es gleich wieder klassisch weiter, mit dem Workshop der Fanø-Classics.


Freitag, 19. Juni


Fanø-Classics - Der Workshop

Heute war die Nacht sehr früh vorbei. Schon gegen 6:30 Uhr ging mein Wecker los.
Und das im Urlaub!
Auch das Wetter war nicht so, das man freiwillig aufstehen möchte. Es war der bisher
schlechteste Tag überhaupt.
Es gab teilweise sehr heftige Regenschauer, mit Gewitter, um geschätzte 7 Bft.
Aber das frühe Aufstehen hatte ja einen wichtigen Grund: Workshop der Fanø-Classics.
Gebaut wurde Lindenberger Normaldrachen, mit einer Höhe von 120 cm.

Schon früh um 8:00 Uhr ging es los. Vorher habe ich aber noch kurz den Bäcker im
Supermarkt besucht.
Ein gutes Stück arbeit hatte uns der Workshop-Leiter schon abgenommen, und hatte
für jeden Teilnehmer 4 Rahmen mit Verstärkungsecken und je 2 Streben vorbereitet.
Hierfür noch einmal vielen Dank Michael !!!
Also konnten wir gleich loslegen mit dem Knüpfen der Spannschnüre aus Hanf.

Die Arbeit hat bei mir fast 5 Stunden gedauert. Bei manchen aber auch deutlich länger.
Immer wenn ich eine Strippe fest gespannt hatte, hat sich das ganze Gestell wieder verzogen,
und war nicht mehr rechtwinkelig. 

Die weitere Arbeit wurde bei fast allen erst einmal sehr kritisch beäugt.
Nachdem alles gespannt war, sollten wir die Rahmen an den Stellen, an denen der Stoff fest
geleimt werden sollte, mit Holzleim einstreichen und komplett trocknen lassen. Trocken?
Nach dem der Kleber aufgetragen war ging es endlich an die Nähmaschine. Zum ersten Mal
hat meine Nähmaschine Baumwolle zu nähen bekommen. Und es hat sogar ganz gut geklappt.
Viel Näharbeit war aber nicht zu machen. Nur zwei Stoffbahnen an den Seiten mit einem einfachen
Saum versehen, und dann zu einem Ring zusammen zu nähen.
In der Zwischenzeit war der Leim auch fest geworden.
Jetzt wurden die Stoffstreifen straff über das Gestell gezogen und festgebügelt.
Das konnten wir uns erst gar nicht so wirklich vorstellen, war aber ganz einfach.

Der Stoff musste mit der Hand zurecht gezogen werden, und dann mit einem Bügeleisen
auf den Trockenen Leim aufgebügelt werden.

Als alles fest war, sah der Drachen schon richtig nach Drachen aus. Es fehlte nur noch die
Waage. Dort wird dann später die Flugschnur festgeknüpft.
Leider war mir beim Einziehen der Waageschnüre eine Verstärkungsecke gebrochen. Bis
auf dieses Missgeschick ist mein N-Drachen komplett fertig geworden. Eine erste vorsichtige
Flugerprobung habe ich wegen des Missgeschicks, und weil der Wind auch ziemlich heftig
war, abgebrochen.
Es war mittlerweile auch schon fast 17 Uhr geworden. Und um 17 Uhr war auch Ende.
Alle restlichen Arbeiten mussten dann zu Hause fertig gestellt werden.

Am Abend vor dem Wohnwagen habe ich dann die kaputte Ecke wieder zusammen geleimt. Und
dabei musste ich dann feststellen, das mir meine Finger nach ein paar Stunden Hanfschnur knüpfen
doch ziemlich weh getan haben.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, das morgen wieder besseres Flugwetter ist.
Morgen ist geplant die Drachen alle zusammen am Strand bei Fanø-Bad zum fliegen zu bringen.
Vielleicht ist ja auch der eine oder andere historische Drachen aus einem Anderen Workshop zu
sehen. Hauptsache der Wind lässt nach. Auch heute Abend ist es noch ziemlich stürmisch.


Samstag, 20. Juni

Klassisches Fliegen & Abendprogramm

Heute waren die Teilnehmer des Workshops verabredet die gestern gebauten Drachen
einzufliegen. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit. Die Sonne schien zwar aber es
war auch wieder ordentlich windig. Die Windstärke lag so bei 4-5 Bft. Und das war für
einige der N-Drachen eindeutig zuviel.
Bei mir hatte eine verstärkungsecke beim Aufbau schon einen Riß bekommen, so dass ich
ihn gar nicht erst zuende aufgebaut hatte. Den Aufbau habe ich aber auch abgebrochen, weil
da der erste von den Drachen schon abgestürzt war und doch etwas mehr abbekommen hatte.
Einige Dachen flogen aber doch:

Leider gab es bei den Start- und Landeversuchen auch noch ein paar Brüche.
Aber trotzdem flogen die Drachen sehr schön, wenn sie denn flogen. Und meiner
bekommt demnächst noch ein paar zusätzliche Verstärkungen, und dann wird der
bei weniger Wind im Binnenland eingeflogen. 

Es hatten sich aber auch andere Drachenflieger eingefunden, die andere Drachen
nach historischem Vorbild mit im Gepäck hatten.

Ein ganz toller Drachen war auch dieser Schirmdrachen mit der Nummer 329. Der konnte
vor ein paar Tagen auf dem Symposium schon bewundert werden. Auch am Himmel sah
er toll aus:

Einen sehr imposanten Eindruck hat auch dieser Drachen gemacht:

Das ist ein Nachbau eines Flugzeugabwehr-Drachens entwickelt von Harry C. Sauls.


Es gab an diesem Tag aber natürlich noch viel mehr Drachen am Himmel.
Auf mehreren Kilometern Länge war der Himmel mit allen Möglichen Drachen bunt bevölkert.
Ganz oben standen zahlreiche Lifter-Drachen und Deltas. Ein paar Meter über dem
Strand tummelten sich alle nur erdenklichen Formen von Windspielen oder anderen
aufblasbaren Drachen.
Und selbst unten auf dem Strand war allerhand los. In jeder Ecke hüpfte oder kroch etwas
über den Sand. angefangen bei einem kleinen Marienkäfer bis hin zur Großen Bowl
mit 8m Durchmesser.

Am Abend gab es dann die Jubiläumsfeier zum 25. Kiteflyers Meeting in der Reithalle
von Rindby.
Es gab da eine kleine Ausstellung mit ausschnitten der letzten 25 Jahre, und ein paar alte
Filme konnte man sich auch angucken.
Um kurz vor 20 Uhr fing dann der Offizielle Teil mit ein paar reden an.
Anschließens gab es die Jährliche Versteigehrung mit Alfons. Leider war die nur sehr kurz.
Trotzdem kamen ungefähr 7.500€ für die Kinderhilfe Kolumbien zusammen. Um kurz nach
22 Uhr wurde es dann laut in der Reithalle.
Erst gaben die "Kite-Singers" etwas zum Besten, und danach wurde die Halle von der
hamburger Band "Roaring-Silence" gerockt:

 

Leider habe ich heute Abend keinen Zugang zum Internet.
Daher kommt der heutige Eintrag mit etwas Verspätung.


Sonntag, 21. Juni


Mal schauen was der Tag so bringt

Im Moment ist es ziemlich bewölkt am Himmel. Aber selbst vom Campingplatz aus sieht
der Himmel am Strand schon wieder ziemlich bunt aus. Leider ist es etwas schlechter,
selber Drachen fliegen zu lassen, und gleichzeitig bei den anderen Drachenfliegern
gucken zu gehen.


So, nachdem ich heute Vormittag mein Tagebuch für gestern geschrieben hatte, habe ich
überlegt, wie der restliche Tag ablaufen könnte.
... ablaufen ... ???
... laufen ... ???
Laufen !!!

Ja, das ist es. Irgendwie war mir heute sowieso nicht nach Strand und Drachen.
Also habe ich meinen Rucksack gepackt, meine Wanderschuhe ins Auto geschmissen,
und bin ein Stückchen zu einem netten kleinen Wanderparkplatz gefahren.

Dort beginnt die Vogelkojenrunde.
Der gesamte Weg ist laut Beschreibung zwar nur 5,5 km lang, aber führt teilweise durch
Wald, Heidelandschaft und Dünen.
Auf eine Besichtigung der Sønderho Gl. Fuglekøje habe ich verzichtet. Dazu war mir heute
einfach nicht. Ich wollte einfach die schöne Landschaft genießen
Es ging überwiegend über kleine Feldwege und Pfade. Nur ein kleines Stück asphaltierter
Weg war dazwischen. Mit ein paar Pausen um die Landschaft zu genießen, bin ich fast drei
Stunden gewandert.

Auf dem Rückweg habe ich aber dann doch noch einen kleinen Umweg über den Strand gemacht.
Auch heute waren da wieder viele Drachen am Himmel. Aber man merkte, das doch schon die
ersten Drachenflieger wieder auf dem Weg nach Hause waren. Es war bei weitem nicht mehr so
voll wie gestern. Obwohl es mittlerweile so gut wie keine Wolken mehr am Himmel zu sehen waren.
Aber das Schicksal ereilt ja jeden Fanø-Besucher, dass er irgendwann einmal wieder nach Hause
muss. Ich muss morgen ja auch anfangen meine Sachen zusammen zu packen. Das Vorzelt muss
abgebaut und verstaut werden, und der Wohnwagen muss schon mal etwas für die Fahrt umgeräumt
werden.
Vielleicht komme ich aber trotzdem noch dazu, ein letztes Mal einen Drachen an den Himmel von
Fanø zu stellen.


Montag, 22. Juni


Abbauen und Einpacken

So, das war es schon fast wieder.
Heute habe ich gar keine Lust mehr irgendetwas zu tun. Darum habe ich es mir auch erst ein
bisschen mit meinem Buch gemütlich gemacht.

So wirklich Ruhe hatte ich aber nicht, und in daher schon ziemlich zeitig angefangen alles für
die Heimfahrt vorzubereiten.
Erst mal habe ich alle Drachen und Zubehör aus dem Auto gepackt, und ordentlich in die
Drachentaschen sortiert. Dann habe ich schon einmal alles ins Auto gepackt, was für die Fahrt
da rein musste.

Und anschließend wurde es etwas anstrengender. Vor allem, da es wieder strahlenden Sonnenschein
gab.
Das Vorzelt wollte abgebaut werden. Da habe ich mittlerweile eine gute Technik entwickelt, das auch
bei etwas mehr Wind alleine abzubauen, trotzdem ist das immer wieder eine mühevolle Angelegenheit.

Und in knapp drei Wochen geht das ganze wieder in anderer Richtung.
Dann wird alles in St. Peter Ording wieder aufgebaut.


Dienstag, 23. Juni


Rückfahrt

Es geht wieder los.
Als erstes habe ich den Wohnwagen fahrtbereit gemacht.
Also alles so verstaut, das es bei der Fahrt nicht durch den ganzen Wohnwagen fliegt. Dann mussten
noch die Stützen hoch gekurbelt werden, die Gasflasche zugedreht werden und zum Schluss mein
Fahrrad auf die Deichsel geschnallt werden.

Und natürlich wollte der Campingplatzbesitzer mich auch noch einmal sehen, da er auch sein Geld haben
wollte. Und ein letzter Besuch bei meinem Lieblingsbäcker musste natürlich auch noch sein.

so gegen 10 Uhr war dann abfahrt.
Mit ein bisschen Hilfe von meinen Campingplatznachbarn wurde der Wohnwagen in die richtige Richtung
gedreht, Auto davor gehängt und los ging es.
Auch wie schon auf der Hinfahrt gab es kaum Wartezeiten an der Fähre.

Und die letzte Drachen-Aktivität dieser Tage war der Besuch in meinem Lieblingsladen in Handewitt bei
Flensburg: Metropolis-Drachen.
Mit ein paar Kleinigkeiten, und einer Bestellung für jemand ausm Taunus ging es dann auf die restlichen
400 km bis nach Hause.


Hier möchte ich mich noch bei Allen bedanken,
die den Aufenthalt zu einem Tollen Erlebnis haben werden lassen:

Danke !!!

 

Und vielleicht sehen wir uns alle 2010 wieder, bei dem

26. Int. Kitefliersmeeting Fanø

oder auf irgendeinem anderen Drachenfest oder Workshop

ENDE